Woran erkenne ich ob mein Hund krank ist?

Manchmal hört sich ein Hundehusten schlimmer an als er in Wirklichkeit ist. Tückisch hingegen sind Symptome, die uns nicht wirklich auffallen. Das könnte z.B. ein regelmäßiger Schluckauf oder ein häufiges Aufstoßen sein. Will dein Hund nicht fressen oder hat er sich übergeben – das könnten Anzeichen einer Krankheit sein. Seinen Hund zu beobachten ist dabei sehr wichtig. Vor allem sind Hunde, Profis im Verstecken von Krankheiten.

Oft haben Hundehalter ein schlechtes Gewissen, wenn der Tierarzt seine Diagnose feststellt, obwohl ihr Hund sich nicht viel anders als sonst benommen hat. Erst im Nachhinein fallen uns doch kleine Veränderungen auf. Manchmal stellen sich Symptome als harmlos heraus und der Gang zum Tierarzt war nicht von Nöten. Doch lieber zweimal untersuchen lassen als einmal zu wenig!

Unsere Liste hilft dir dabei, Veränderungen besser einzuordnen. 
Bitte bedenke aber: Jeder Hund ist individuell, und diese Aufzählung kann niemals den fachkundigen Blick eines Tierarztes ersetzen. Wenn dein Bauchgefühl dir sagt, dass etwas nicht stimmt, ist der Gang in die Praxis immer der sicherste Weg für deinen Liebling.

Hautveränderungen und Hautausschläge beim Hund

Hautprobleme sind für unsere Hunde oft eine enorme Belastung. Stell dir vor, es juckt den ganzen Tag und du kannst nicht sagen, wo oder warum. Wenn dein Hund sich ständig kratzt, beißt oder hektisch beleckt, ist das meist kein Ausdruck von mangelnder Hygiene, sondern ein Hilferuf der Haut. Sie ist das größte Organ des Hundes und spiegelt oft wider, was im Inneren (z. B. im Immunsystem oder Darm) nicht stimmt.

Der "Juck-Teufelskreis": Ständiges Kratzen, Knabbern oder verzweifeltes Beißen in die Pfoten oder den Rutenansatz.

Unruhe: Dein Hund findet keine Schlafposition, wandert nachts umher oder schreckt plötzlich auf, um sich zu kratzen.

Veränderte Haut: Rötungen, kleine Pusteln, Krusten oder heiße Stellen (sogenannte "Hot Spots").

Fellverlust: Kahle Stellen, ein stumpfes Haarkleid oder wenn das Fell büschelweise ausfällt.

Auffällige Beläge: Weiße Schuppen (oft ein Zeichen für trockene Haut oder Milben) oder winzige schwarze Punkte (häufig Flohkot).

Ohr-Check: Schüttelt dein Hund oft den Kopf oder kratzt sich an den Ohren? Entzündungen im Ohr gehen oft Hand in Hand mit Hautproblemen.

Der Geruch: Riecht die Haut deines Hundes plötzlich streng, muffig oder gar "hefig"? Das kann auf eine Sekundärinfektion mit Pilzen hinweisen.

Hautthemen sind oft Detektivarbeit. Die häufigsten Auslöser sind:

Allergien & Unverträglichkeiten: Oft reagieren Hunde auf Inhaltsstoffe im Futter (z. B. bestimmte Proteine oder Getreide) oder auf Umwelteinflüsse wie Pollen und Hausstaubmilben.

Parasiten: Flöhe, Zecken und verschiedene Milbenarten (z. B. Demodex- oder Sarcoptes-Milben) sind klassische Übeltäter.

Kontaktallergien: Manchmal reicht schon ein neues Waschmittel für das Hundekörbchen oder der Kontakt mit einer bestimmten Pflanze beim Spaziergang.

Hormonelle Störungen: Auch Probleme mit der Schilddrüse können das Hautbild massiv verändern.

Stress: Psychische Belastung äußert sich bei sensiblen Hunden oft durch exzessives Lecken der Pfoten.

 

Unser Tipp: Dokumentiere am besten kurz, wann der Juckreiz besonders schlimm ist (z. B. direkt nach dem Fressen oder nach dem Gassigehen auf der Wiese). Das hilft deinem Tierarzt enorm dabei, die Ursache schneller einzugrenzen.

Wenn der Wassernapf ständig leer ist: Übermäßiges Trinken beim Hund

Dass dein Hund nach einer wilden Spieleinheit, beim Hundesport oder an heißen Sommertagen ordentlich Durst hat, ist vollkommen normal und sogar wichtig. In diesen Momenten füllt er einfach seine Reserven wieder auf.

Kritisch wird es erst dann, wenn das Trinkverhalten ohne ersichtlichen Grund umschlägt. Wenn dein Liebling also auch an kühlen Tagen, in langen Ruhephasen oder mitten in der Nacht plötzlich ungewöhnlich viel trinkt, ist das oft ein wichtiger Botenstoff des Körpers. Da Hunde ihren Durst in der Regel nicht grundlos steigern, deutet ein solches Verhalten darauf hin, dass im Inneren etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Der „Dauernapf“: Du musst das Wasser deutlich häufiger nachfüllen als gewohnt (Normalwert: ca. 20–100 ml pro kg Körpergewicht).

Veränderter Rhythmus: Dein Hund steht extra auf, um zu trinken, obwohl er eigentlich tief schlafen würde.

Nächtliche Malheure: Dein Hund muss plötzlich nachts raus oder verliert im Haus Urin, obwohl er eigentlich stubenrein ist.

 

Ein Tierarzt sollte hier genauer hinschauen, um die Ursache zu finden. Häufig stecken Themen dahinter, die man gut behandeln kann, wenn man sie frühzeitig erkennt:

Diabetes mellitus: Der Körper versucht, überschüssigen Zucker sprichwörtlich mit Wasser aus dem System zu schwemmen.

Nierenfunktion: Wenn die Nieren den Harn nicht mehr richtig konzentrieren können, verliert der Hund massiv Flüssigkeit.

Hormone (z.B. Morbus Cushing): Ein zu hoher Cortisolspiegel befeuert den Stoffwechsel und löst extremen Durst aus.

Alarmsignal für Hündinnen: Bei unkastrierten Hündinnen kann massiver Durst auf eine lebensgefährliche Gebärmutterentzündung (Pyometra) hindeuten.

Stille Entzündungen: Auch Lebererkrankungen oder allgemeine Infekte erhöhen den Wasserbedarf.

Bevor du in die Praxis fährst, schnapp dir für 24 Stunden einen Messbecher. Wenn du dem Tierarzt sagen kannst: „Mein Hund trinkt exakt 1,3 Liter“, ist das für die Diagnose goldwert.

Noch einfacher geht es digital: Vielleicht nutzt du bereits einen modernen Trinkbrunnen mit App-Anbindung? Diese smarten Helfer zeichnen das Trinkverhalten rund um die Uhr auf. So siehst du auf deinem Smartphone sofort, ob dein Liebling vielleicht besonders nachts oder in untypischen Abständen trinkt – eine riesige Hilfe bei der Ursachensuche.

Wenn Magen und Darm streiken: Erbrechen und Durchfall

Es gehört zum Hundeleben fast schon dazu: Mal war das Futter zu verlockend und wurde zu gierig geschlungen, mal war das Grasen auf der Wiese etwas zu ambitioniert. Auch Stress – etwa durch einen Umzug, Läufigkeit oder eine Futterumstellung – schlägt Hunden oft direkt auf den Magen.

Doch wann ist es nur eine harmlose Verstimmung und wann steckt eine ernsthafte Erkrankung dahinter?

Erbrechen: Wenn dein Hund sich über einen Zeitraum von zwei Tagen regelmäßig übergibt, ist Geduld nicht mehr der richtige Ratgeber. In diesem Fall ist ein Tierarztbesuch Pflicht.

Durchfall: Hält der flüssige Stuhlgang länger als zwei bis drei Tage an oder wird trotz Schonkost (wie Matschreis und Huhn) nicht deutlich besser, muss die Ursache medizinisch geklärt werden.

Gelblicher Schleim: Dies deutet oft darauf hin, dass der Magen leer ist und durch die aufsteigende Galle gereizt wird. Es kann aber auch ein Hinweis auf tieferliegende Magen-Darm-Entzündungen sein.

Weißer Schaum & aufgeblähter Bauch: Hier ist höchste Vorsicht geboten! Wenn dein Hund versucht zu würgen, aber nur weißer Schaum kommt und der Bauchumfang zunimmt, könnte ein Fremdkörper feststecken oder im schlimmsten Fall eine Magendrehung vorliegen. Das ist ein absoluter Notfall!

Blut im Stuhl oder Erbrochenem: Ob hellrot (frisch) oder kaffeesatzartig dunkel (verdaut) – Blut ist immer ein Grund, sofort und ohne Umwege die nächste Praxis aufzusuchen.

Verhaltensänderung: Wirkt dein Hund teilnahmslos, hat er Fieber oder verweigert er zusätzlich das Wasser? Dann warte bitte nicht die zwei Tage ab, sondern handele sofort.

Oft stecken hinter chronischen Verdauungsproblemen unentdeckte Parasiten (wie Giardien), Unverträglichkeiten gegen bestimmte Proteine oder sogar Bauchspeicheldrüsen-Entzündungen. Auch giftige Substanzen beim Gassi gehen können die Ursache sein.

 

Unser Tipp für dich:
Wenn du zum Tierarzt gehst, nimm am besten direkt eine Kotprobe von drei aufeinanderfolgenden Tagen mit (in einem sauberen Glas oder speziellen Röhrchen). Das ist zwar nicht die schönste Aufgabe, aber es ist die schnellste Methode, um Parasiten oder Bakterien zweifelsfrei nachzuweisen.

Verletzungen: Warum „Lecken lassen“ ein Mythos ist

Wenn beim Spielen oder beim Spaziergang im Unterholz mal etwas passiert, ist der erste Instinkt des Hundes das Belecken der Wunde. Lange hielt sich der Glaube, Hundespeichel sei heilfördernd. Doch das Gegenteil ist der Fall: Im Maul wimmelt es von Bakterien, die in einer offenen Wunde schwere Entzündungen auslösen können. Zudem reizt die raue Zunge das Gewebe immer wieder neu, was den Heilungsprozess massiv verzögert.
 

Wann ist es ein Fall für die Praxis?

Schnittwunden: Besonders an den Pfotenballen klaffen Schnitte oft tief auseinander. Da diese Stellen bei jedem Schritt belastet werden, heilen sie ohne fachgerechte Versorgung oder eine Naht nur sehr schwer.

Beißereien: Das ist tückisch – oft sieht man oben nur zwei kleine Löcher, aber unter der Haut wurde das Gewebe durch die enorme Kieferkraft großflächig gequetscht oder sogar Taschen gebildet, in denen sich unbemerkt Abszesse entwickeln.

Unser Tipp: Ein Erste-Hilfe-Kurs für Hunde nimmt dir die Panik. Zu wissen, wie man einen Pfotenverband so wickelt, dass er hält, ohne das Blut abzuschnüren, gibt dir und deinem Hund in Notsituationen die nötige Sicherheit.

Wenn die Luft dick ist: Blähungen und Ernährung

Dass ein Hund ab und zu mal Gase entlässt, ist völlig normal – besonders bei Rassen mit flacher Schnauze wie Bulldoggen oder Boxern. Da sie anatomisch bedingt beim Fressen und Trinken viel Luft mitschlucken, muss diese irgendwo wieder raus. Das ist meist geräuschvoll, aber geruchlos und harmlos.

Wird es jedoch zur „Geruchsbelästigung“, ist das ein deutliches Signal aus dem Maschinenraum des Körpers.

Fauliger Geruch: Riechen die Blähungen extrem streng, deutet das darauf hin, dass Eiweiße im Dickdarm nicht richtig zersetzt werden, sondern gären. Oft sind minderwertige Schlachtabfälle oder zu viele künstliche Zusatzstoffe die Ursache.

Getreide & Milch: Viele Hunde haben Schwierigkeiten, große Mengen an Weizen oder Laktose zu verwerten. Das Ergebnis sind schmerzhafte Blähungen und ein oft angespannter Bauch.

Die Gefahr dahinter: Wenn dein Hund ständig unter einem harten, aufgeblähten Bauch leidet und vielleicht sogar Schmerzreaktionen zeigt, wenn du ihn dort berührst, reicht eine Futterumstellung allein nicht aus. In diesem Fall muss ein Tierarzt klären, ob chronische Entzündungen oder eine Fehlbesiedlung der Darmflora vorliegen.

 

Ein kleiner Alltags-Hack: Wenn dein Hund beim Fressen extrem schlingt, probiere es mal mit einem Anti-Schling-Napf. Weniger Luft im Bauch bedeutet oft auch weniger dicke Luft im Wohnzimmer.

Vertrau deinem Bauchgefühl – Du kennst deinen Hund am besten

Am Ende des Tages bist du der Mensch, der seinen Hund jeden Tag erlebt, seine Eigenheiten kennt und weiß, wie er sich im Normalfall verhält. Medizinische Ratgeber und Checklisten sind wertvolle Wegweiser, aber sie ersetzen niemals deine Intuition. Wenn du merkst, dass „irgendetwas anders ist“, auch wenn du es vielleicht noch gar nicht genau benennen kannst, dann vertrau diesem Impuls.

Unsere Hunde kommunizieren nicht über Worte, sondern über kleinste Nuancen in ihrem Verhalten. Ein wachsames Auge ist der größte Liebesbeweis, den wir ihnen schenken können. Oft ist es nur eine Kleinigkeit, die sich schnell beheben lässt – und wenn es doch mal ernster sein sollte, ist Früherkennung der wichtigste Faktor für eine schnelle Genesung.

Genießt eure gemeinsamen Runden, achtet aufeinander und sorgt dafür, dass die Zeit draußen – egal bei welchem Wetter – die schönste Zeit des Tages bleibt.

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